
In diesem Veranstaltungsarchiv finden Sie die Dokumentation der einzelnen Veranstaltungen zum Thema "Nachhaltige Mobilität". Weiteres Material finden Sie auch unter Materialien/Downloads in der Kategorie Nachhaltige Mobilität.

Was haben autonomes Fahren, Verkehrswende und gute Arbeit miteinander zu tun? Welche Chancen birgt der Einsatz autonom fahrender Fahrzeuge im ÖPNV und vor welchen Herausforderungen stehen wir in diesem Zusammenhang? Diese Fragen möchten wir gemeinsam mit Expert:innen diskutieren.
Digitale Innovationen können eine Wende hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft und Gesellschaft erleichtern. Das gilt auch für den Anspruch, Klimaneutralität im Verkehrsbereich zu erreichen. Und zwar, indem Prozesse effizienter gestaltet werden können. Gleichzeitig können Folgen anderer gesellschaftlicher Wandlungsprozesse aufgefangen werden. Denken wir nur an den demographischen Wandel. Die geburtenstarken Jahrgänge, die sogenannten Baby-Boomer, beginnen sich aus dem Erwerbsleben zu verabschieden. Dieser Prozess wird in den nächsten Jahren sogar noch an Dynamik gewinnen. Damit einher geht schon jetzt ein zunehmender Arbeits- und Fachkräftebedarf in nahezu allen Branchen und Tätigkeitsfeldern. Hierzu zählen auch Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) und Schienenpersonennahverkehr (SPNV) - beides Bereiche, die für eine klimaneutrale Verkehrswende zentral sind.
Hier kommt das autonome Fahren ins Spiel. Kann die Autonomisierung den ÖPNV stärken, und wenn ja wie? Wo stehen wir diesbezüglich in Deutschland? Was würde die Einführung von autonom gesteuerten Fahrzeugen für die Beschäftigten bedeuten? Worauf müssen bei einer Umstellung geachtet werden, damit Fahrgäste, Beschäftigte und Gesellschaft daraus den größtmöglichen Nutzen ziehen?
Mit diesen Fragen beschäftigten sich Referent:innen und Teilnehmer:innen auf der Veranstaltung des Regionalen Netzwerks Nachhaltige Mobilität Osnabrück im Rahmen der Digitalen Woche. Zunächst informierte der Hauptreferent des Abends, Yannick Thoma von der Agora Verkehrswende, über den technischen und rechtlichen Stand autonomen Fahrens in Deutschland und thematisierte dann die Chancen, aber auch die Herausforderungen für den ÖPNV. Er hielt unter anderem fest, dass eine erfolgreiche Umsetzung einer nachhaltigen Mobilitätswende davon abhänge, ob ein gemeinsames Zielbild eines automatisierten, digitalen und vernetzten Mobilitätssystems der Zukunft etabliert werden könnte. Dazu müsse Deutschland sich auch zu einem Leitmarkt für autonomes Fahren entwickeln. Hierin lägen auch beschäftigungspolitische Effekte. Dringend erforderlich sei ebenfalls der Transfer bereits erlangten Wissens, das mit Ende von Förderlaufzeiten lokaler Modellprojekte bislang zu oft versandete.
Einen zugespitzteren Blick auf die Effekte autonomen Fahrens auf die Beschäftigten formulierte dann der zweite Referent Reiner Schäl (ver.di Gewerkschaftssekretär). Die Autonomisierung trage ein zweifaches Potential: Studien deuten zwar darauf hin, dass die Autonomisierung des ÖPNV nicht zu einem sinkenden Personalbedarf im ÖPNV insgesamt führen würde, dennoch könne der Prozess zu einer Entspannung der Personalsituation führen: Sich im Zuge der Autonomisierung neu entwickelnde Berufsbilder können auf Grund besserer Arbeitsbedingungen die Attraktivität der Branche für neue Beschäftigte erhöhen. Gleichzeitig müsse aber auch in die Um- und Weiterqualifizierung der bestehenden Belegschaft gedacht werden. Wie auch Yannick Thoma unterstreicht Schäl, dass nicht allein die technischen Möglichkeiten entscheidend sind, ob eine Autonomisierung des ÖPNV gelingen kann, sondern auch die Finanzierung gesichert sein muss. Die chronische Unterfinanzierung der Kommunen und die fragwürdige Prioritätensetzung vergangener und aktueller Bundesregierungen geben hier jedoch zurzeit wenig Hoffnung. Doch: Gerade bei der Autonomisierung des ÖPNV handele es sich um einen Transformationsprozess, der in Betrieben mit starken Mitbestimmungs- und Tariftraditionen von statten gehe. Im Unterschied zu neu entstehenden Branchen haben Beschäftigte und Gewerkschaften die notwendigen Handlungsspielräume, um mitzugestalten. Diese Chance sollten wir dringend ergreifen!















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